Tobias Kühnert arbeitet neben seinem Informatikstudium in Karlsruhe als Werkstudent und verdient rund 1.200 Euro monatlich. Vor sechs Monaten startete er ein Experiment: Sein Geld nach einem festen Schema aufteilen statt einfach draufloszugeben.
Der Ausgangspunkt war ein Schock
Im Februar scrollte er durch sein Online-Banking und stellte fest, dass er keine Ahnung hatte, wohin 340 Euro im Januar verschwunden waren. Kleine Bestellungen hier, Essen bestellen da, ein Streaming-Abo, das er vergessen hatte zu kündigen.
Er suchte nach einer Lösung, die nicht bedeutet, jede Quittung abzuheften. Die Idee mit den Prozentanteilen erschien ihm simpel genug: 55 Prozent für Miete und Fixkosten, 30 Prozent für variables Zeug wie Essen und Freizeit, 15 Prozent als Reserve.
Positive Überraschungen
Die ersten zwei Monate liefen erstaunlich glatt. Tobias merkte, dass er weniger spontan Geld ausgab, nur weil das Konto gerade voll aussah. Die Trennung in verschiedene Töpfe gab ihm einen klareren Überblick.
Besonders die Reserve zahlte sich aus, als seine Waschmaschine den Geist aufgab. Statt in Panik zu geraten, nahm er einfach aus dem Puffer, den er bereits aufgebaut hatte.
Wo die Theorie an der Realität scheitert
Sein größtes Problem: Die Kategorien passen nicht immer sauber. Gehört ein neuer Schreibtischstuhl zu Fixkosten oder zu persönlichen Ausgaben? Er brauchte ihn fürs Studium, aber es war keine monatliche Verpflichtung.
Außerdem stellte er fest, dass 15 Prozent Reserve unrealistisch sind, wenn man gleichzeitig noch Semestergebühren ansparen muss. Er passte die Aufteilung nach drei Monaten an: Jetzt legt er nur noch acht Prozent beiseite und packt sieben Prozent in einen separaten Topf für die Gebühren.
Die festen Prozente sind ein Startpunkt, kein Gesetz. Ich ändere sie alle paar Monate, je nachdem, was gerade ansteht.
Tobias empfiehlt die Methode als Einstieg, warnt aber davor, zu starr daran festzuhalten. Anpassungen gehören dazu.